Boni-Offensive für Girokonten

Frankfurt 12.10.2014 –– Die Banken überbieten sich mit Boni, um Girokunden zu ködern. Doch wichtiger als hohe Prämien sind die Konditionen. Dass sich hier Qualität durchsetzt, zeigt die DKB: Die Bank hat jetzt drei Millionen Kunden – ohne Eröffnungsboni zu zahlen.

Wer ein Girokonto eröffnen möchte, den locken derzeit fast zwei Dutzend Institute mit Geldprämien zwischen 30 und 100 Euro, wie eine Recherche der FMH-Finanzberatung ergeben hat. Im Schnitt überweisen die Banken einem Neukunden beinahe 60 Euro für die Kontoeröffnung, wobei sich die netbank als reine Onlinebank am spendabelsten zeigt. Alternativ werden Kunden mit Sachprämien wie einem Smartphone oder mit höheren Zinsen für einen Sparplan beglückt.

Niedrigzinsen befeuern Konkurrenz bei Girokonten

Bedingt ist die starke Konkurrenz auf dem Girokonto-Markt durch die sehr niedrigen Zinsen: Wenn sich Tages- und Festgeldzinsen nur noch in der zweiten Nachkommastelle unterscheiden, fällt es den Banken schwer, damit Kunden zu gewinnen. Girokonten sind eine probate Lösung des Problems: Zum einen sind deren Konditionen nicht so leicht vergleichbar, zum anderen neigen Girokunden weniger zum Bankwechsel als etwa Tagesgeldkunden. Auch der Verkauf zusätzlicher Bankprodukte wie Festgeld, Ratenkredit oder Wertpapierdepot dürfte bei Girokunden leichter fallen – schließlich haben die Banken bereits den kompletten Überblick über deren Einnahmen und Ausgaben.

Früh mit attraktiven Konto-Features überzeugt

Doch es gibt auch Banken, die ohne Geldprämien zur Kontoeröffnung sehr erfolgreich sind. Dazu zählt die Deutsche Kreditbank (DKB), die jüngst die Schwelle von drei Millionen Privatkunden überschritten hat. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete ihr „DKB-Cash“-Konto:DKB Deutsche Kreditbank Schon seit Jahren überzeugt das kostenlose Konto mit einer klugen Kombination attraktiver Merkmale. Dazu gehört die Möglichkeit, mit der VISA-Card weltweit und nahezu an jedem Geldautomaten – Ausnahme: deutsche Sparkassen! – kostenlos Geld abzuheben. Zudem wird das Guthaben auf der ebenfalls kostenlosen DKB-VISA-Card mit derzeit 0,9 Prozent im Jahr verzinst, ohne dass eigens ein Tagesgeldkonto eröffnet werden muss. Schließlich macht der moderate Dispozins von 7,5 Prozent die Zinslast erträglich, wenn der Kontostand mal in die roten Zahlen rutscht.

Immer öfter möglich: weltweit kostenlos abheben

Manches fortschrittliche Feature der DKB hat auch andere Banken motiviert. So bieten inzwischen sechs weitere Institute die kostenlose weltweite Bargeldversorgung über VISA oder Mastercard an, wie unser Girokonto-Vergleich zeigt. Beim Platzhirsch ING-DiBa mit seinen über acht Millionen Kunden bleibt die kostenlose Abhebung indes auf die Europäische Union beschränkt. Auch die Idee, Guthaben auf dem Girokonto zu verzinsen, haben im Lauf der Jahre immer mehr Banken aufgegriffen.

PushTAN-Verfahren für sicheres Online-Banking

Bleibt abzuwarten, ob sich weitere Neuerungen der DKB durchsetzen, mit der diese zur Feier der Drei-Millionen-Marke ihre (Neu)Kunden beglücken will. Dazu gehört unter anderem die Einführung eines pushTAN -Verfahrens. Dabei werden die Transaktionsnummern (TAN), anders als bei gewöhnlichen SMS-TAN, in einer passwortgeschützten und verschlüsselten App gezeigt. Außerdem können Neukunden, wie bereits bei der ING-DiBa, ihr Konto nun ohne eigenes Post-Ident-Verfahren direkt am Rechner oder am Tablet eröffnen. Voraussetzung ist, dass man nach dem Ausfüllen des Antrags einem Bankmitarbeiter per Video-Chat die eigene Identität bestätigt.

Fazit: Den höchsten Nutzen für die Kunden bieten nicht Banken, die mit Boni um sich werfen, sondern jene, die (auch) auf Dauer mit guten Konto-Konditionen überzeugen. Welche Banken noch mit attraktiven Konten überzeugen, können Sie unserem Girokonto-Vergleich entnehmen.