Die besten Kreditkarten-Anbieter

Frankfurt 12.05.2017 –– Ohne Mehraufwand besser verdienen – wovon Otto Normalverbraucher nur träumen, ist für Banken Realität. Sie erhöhen einfach die Gebühren für die Kreditkarten, schon klingelt die Kasse. Doch Kunden müssen das nicht mitmachen.

Risiken und Nebenwirkungen gibt es nicht nur bei Medikamenten, die der Arzt verschreibt. Sie bestehen auch bei gut gemeinten EU-Verordnungen. Seit die EU im vergangenen Jahr die Gebühren für Kreditkarten und andere Bankkarten gedeckelt hat, um Kunden zu entlasten, müssen viele Kartenbesitzer an anderer Stelle mehr bezahlen.

Weil die ausgebenden Banken an den Umsätzen mit den Karten deutlich weniger verdienen, haben viele einfach die Jahresgebühren erhöht, um die Verluste wieder auszugleichen. Die FMH-Finanzberatung hat festgestellt, dass die Banken bei den Girokosten am stärksten und häufigsten die Jahresgebühr für Kreditkarten erhöht haben. Soweit die schlechte Nachricht. Die gute: Viele Kunden können die Mehrkosten durch einen Wechsel der Kreditkarte senken. Man muss die Kreditkarte nicht von der Hausbank (Girobank) nehmen. Welches Angebot am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt, hängt davon ab, wann, wie oft und wofür jemand per Plastik bezahlt – und welche Services er von dem ausgebenden Institut erwartet.

Wichtig ist es zunächst, sich klar zu machen, dass es unterschiedliche Varianten von Kreditkarten gibt. Die erste ist die sogenannte Debitkarte. Sie ist eine Art Light-Version der zweiten Variante, der Chargekarte. Während Debitkarten den Zahlbetrag direkt vom Konto abbuchen, erhalten Kunden bei der Chargekarte eine Rechnung am Monatsende. Die geschuldete Summe können sie entweder auf einen Schlag bezahlen – oder in vielen Fällen in monatlichen Raten abstottern. Letzteres ist den Anbietern lieber, weil sie durch die relativ hohen Kreditzinsen bei der Ratenzahlung Geld verdienen: Im Durchschnitt liegt der Satz bei 13,87 Prozent, in der Spitze fallen aktuell sogar bei 20,76 Prozent an.

Sind kostenlose Kreditkarten wirklich die besten?

Bei unserer letzten Recherche haben wir immerhin zehn Kreditkartenanbieter gefunden, die keine Jahresgebühr verlangen. Wer öfters ins Ausland außerhalb des Euro-Raums reist, wird die „Gebührenfreie MasterCard Gold“ der luxemburgischen Advanzia und die „1plus Visa-Card“ der Santander Consumer Bank zu schätzen wissen. Beide verlangen keine Jahres- und auch keine Auslandseinsatzgebühr. Das kann Globetrottern viel Geld sparen, denn dieses Entgelt liegt bei den meisten Kreditkarten zwischen einem und 1,75 Prozent des getätigten Einkaufs. Wer 1000 Euro per Kreditkarte bezahlt, muss also zwischen 10 und 17,50 Euro Gebühren zahlen – oder eben nicht.

Auch bei der DKB entstehen keine Währungsentgelte, allerdings stellt die Bank im Gegensatz zu den anderen beiden zwei Bedingungen: Der Kunde muss ein Girokonto eröffnen, auf dem pro Monat mindestens 700 Euro eingehen.

Weiterer Vorteil bei den beiden Banken gegenüber den anderen Banken in unserer kleinen Übersicht am Ende des Beitrages: Die Bargeldversorgung am Automaten ist ebenfalls kostenfrei – im In- und im Ausland. Allerdings verlangt die Advanzia ab dem Tag der Geldabhebung am Automaten bis zur Begleichung der Rechnung den derzeitigen Höchstzins von 20,76 Prozent. 500 Euro Bargeldabhebung kosten zum Beispiel für 20 Tage bis zur Kreditkartenabrechnung 5,77 Euro. Für die besagten 500 Euro würden die meisten Karten außerhalb der Euro-Zone ein Währungsentgelt von 8,75 Euro verlangen.

Die Advanzia Bank bietet zudem noch einige Versicherungsleistungen (wie etwa Reiserücktritts-, Auslandskranken- oder Reisgepäckversicherungen) an – und damit deutlich mehr, als die Santander Consumer Bank. Das Zahlungsziel für die Rechnung beträgt vier Wochen ab Rechnungsstellung. Ab dem Karteneinsatz können dies dann leicht sieben Wochen werden bis man den Betrag als Kunde an die Bank überweist.

Die beste Kreditkarte finden – die eigenen Bedürfnisse kennen

Kunden, die sich überwiegend in Deutschland aufhalten und keine zusätzlichen Versicherungsleistungen brauchen, haben andere Bedürfnisse als Weltenbummler. Vielleicht suchen sie auch lediglich eine Kreditkarte zum Einchecken im Hotel, um Mietwagen zu reservieren – oder zum bequemen Online-Shoppen. In jedem Fall aber gilt: Wer sich bewusst ist, für welchen Zweck er seine Karte nutzen will, findet bestimmt das richtige Angebot.

Kostenlose Kreditkartenangebote ohne Girokonto

Kartenname Ausgebende
Bank
Grund
preis
Partner
karte
Gebühr für
Barabhebung
am GAA
Auslandseinsatz
entgelt
Sollzins bei
Teilzahlung
Sunnycard Santander Consumer Bank 0 € 0 € 3,50%,
mind. 5,75 €
1,75% 10,39%
Rote Mastercard Ikano Bank 0 € 0 € 2,75%,
mind. 4,75 €
1,50% 11,30%
1plus Visa-Card Santender Consumer Bank 0 € 0 € keine keine 13,16%
ICS Visa World Card International Card Services B.V. 0 € 0 € 4,00%, mind. 5,00 €
im Ausland 0 €
1,85% / 2,00%
außerhalb der EU
14,85%
Kartstadt Visa Karte Hanseatic Bank 0 € 0 € 3,00%,
mind. 5,95 €
1,75% 15,62%
GenialCard Hanseatic Bank 0 € 9 € 3,00%,
mind. 5,95 €
1,75% 15,62%
Barclaycard New Visa Barclaycard 0 € 0 € keine 1,99% 16,99%
TchiboCard Plus Commerzbank 0 € 0 € 3,00%,
mind. 5,50 €
1,50% bei Commerzbank möglich
Gebührenfreie MasterCard Gold Advanzia Bank 0 € - keine keine 18,36%
(20,76% GAA)
PAYBACK American Express Karte American Express 0 € 0 € 4,00%,
mind. 5,00 €
2,00% nicht möglich
Quelle: FMH-Finanzberatung. Stand: Mai 2017 * aus Guthaben 1,00%, mind. 5,25 €