Nach Zinssenkung bei ING-DiBa

Frankfurt 03.04.2015 –– Die ING-DiBa, Marktführer beim Tagesgeld, hat erneut die Zinsen gesenkt. Der Schritt dürfte in der Branche viele Nachahmer finden. Sicherheitsbewusste Sparer müssen bald auf andere Anlageformen setzen, wenn sie Verluste vermeiden wollen.

60 Milliarden Euro pumpt die Europäische Zentralbank Monat für Monat in die Finanzmärkte um Inflation und Wirtschaftswachstum in der Eurozone zu steigern. Der Plan ist riskant: Erste Nebenwirkungen zeigen sich bereits – und machen vor allem Sparern das Leben noch schwerer.

So lag der Durchschnittszins bei Tagesgeld im Februar nach Angaben der Bundesbank nur noch bei 0,24 Prozent. Der FMH-Index sah im selben Zeitraum mit 0,52 Prozent etwas freundlicher aus. Inzwischen ist aber auch er auf 0,49 Prozent abgerutscht. Und der Abwärtstrend dürfte sich fortsetzen.

Unterschiedliche Statistiken

Warum unterscheiden sich die Werte der FMH so stark von denen der Bundesbank? Der Grund ist relativ einfach: In der Bundesbankstatistik überwiegen die regionalen Banken. Unser Index hingegen bildet nur 35 der Banken ab, setzt dabei aber auf ein besonders breites Angebotsspektrum. Anders ausgedrückt: Statt sämtliche Sparkassen und Volksbanken mit ihren kaum noch messbaren Zinsen in die Statistik aufzunehmen, zeigen wir ausgewählte Direktbanken und Spezialbanken mit hoher Sicherheit, aber auch drei Banken mit nur gesetzlicher Einlagensicherung. Zwar finden sich in der FMH-Komplettliste auch 19 Institute, die Tagesgeldzinsen von 0,05 Prozent und weniger anbieten. Doch bei uns gibt es auch 18 Banken, die noch Zinsen von einem Prozent und mehr für eine Tagesgeldanlage von bis zu 1.000 Euro im Angebot haben.

Vergleichen lohnt sich damit noch immer – auch wenn die Gewinne, die sich dadurch realisieren lassen, immer kärglicher ausfallen und der Wechsel für Kunden damit unattraktiver wird. Genau auf diese Zurückhaltung bauen aber die Banken: Wir vermuten, dass einige Anbieter mit höheren Zinsen zurzeit abwarten, ob es Kundenwanderungen vom Marktführer ING-DiBa gibt, oder ob die Sparer die Senkung um 0,2 Prozentpunkte einfach so hinnehmen. Sollte das der Fall sein, werden einige der noch guten Tagesgeldbanken ihre Zinsen wohl senken und damit dem Marktführer folgen: Wir gehen davon aus, dass es bald keine Tagesgeldzinsen über einem Prozent mehr geben wird. Dafür steigt die Zahl der Banken, die sich der Nullgrenze nähern.

Suche nach Alternativen

Wer sich vor Augen führt, dass eine Anlagesumme von 1.000 Euro bei 0,05 Prozent Zinsen gerade einmal 0,04 Euro Zinsen pro Monat bringt, könnte sich nun auf den Standpunkt stellen, dass Sparen sich generell nicht mehr lohnt. Doch das ist so nicht richtig. Auch ohne Zinsgutschrift hat man den gesparten Geldbetrag auf der Habenseite.
Sparer, die mehr wollen, müssen allerdings nach Alternativen zum Tagesgeld suchen. Wer etwa sein Erspartes auf Festgeldkonten packt, beziehungsweise in Indexfonds (ETF) investiert, kann auch weiterhin zumindest einen Inflationsausgleich erzielen – oder sogar Gewinne erwirtschaften. Um die Risiken der Aktienanlage abschätzen zu können, ist eine gute Beratung aber unerlässlich. Zum Beispiel bei der Hausbank oder einer Verbraucherzentrale. Wer das optimale Festgeld-Konto sucht, wird bei der FMH fündig.