So schlagen Sie der Inflation ein Schnippchen

Frankfurt 10.04.2012 –– Die Zinsen sind im Sinkflug: Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Banken mit der Geldkanone beschießt und sie so unter billigem Geld begräbt, gehen die Zinsen für Tagesgeld und andere Anlagen auf breiter Front zurück. Dennoch finden sich interessante Angebote, die die Inflationsrate mehr als ausgleichen. Und genau darauf kommt es an, denn: Für den Erhalt der Kaufkraft zählt nicht der nominale Zins, sondern die reale Rendite.

Aktuell bewegt sich die Inflationsrate bei 2,1 Prozent. Wer Geld flüssig halten muss – in der Regel empfehlen sich für abhängig Beschäftigte zwischen drei und sechs Netto-Monatsgehältern – sollte darauf achten, dass der Zinsertrag ein Stück weit über dieser Marke liegt. Denn: Im anderen Fall verlieren Sparer eventuell erheblich an Kaufkraft, was viele entweder gar nicht wissen oder sogar bewusst ignorieren.

Anleger verlieren mit Sparbuch erheblich an Kaufkraft

Dazu ein nicht so fiktives Beispiel: Wer heute auf dem Sparbuch für 0,5 Prozent Jahreszins 20.000 Euro anlegt, verliert pro Jahr 1,6 Prozent an Kaufkraft. Im Lauf von zehn Jahren schmilzt der reale Wert dieser 20.000 Euro bei gleichbleibenden Bedingungen auf nur 17.020 Euro ab – das entspricht einem Verlust von fast 15 Prozent!

Obwohl die Deutschen auf Grund ihrer Geschichte angeblich viel Angst vor Inflation, sprich der Entwertung ihres Geldes, haben, legt die Mehrheit ihre Ersparnisse zu diesen Zinsen aufs Sparbuch oder steckt sie in andere niedrig verzinste Einlagen. Zu letzteren zählen etwa auch Tagesgeldkonten von Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, die sich in etwa auf dem Zinspegel der Sparbücher befinden.

FMH-IndeX fürs Tagesgeld sinkt auf 1,5 Prozent

Der Rückgang bei den Tagesgeldzinsen spiegelt sich in unserem repräsentativen FMH-IndeX wider, der Daten von 40 ausgewählten Häusern aller Bankengruppen enthält. Der FMH-IndeX für die Anlage von 5.000 Euro ist von knapp 1,8 Prozent zu Beginn des Dezembers auf inzwischen gut 1,5 Prozent gefallen. Wer sich mit dem repräsentativen Mittelwert begnügt, büßt derzeit also mit 0,6 Prozent im Jahr schon spürbar an Kaufkraft ein.

Doch das muss nicht sein. Trotz der Geldkanone der EZB zahlen schließlich elf Banken Zinsen zwischen 2,75 und 2,25 Prozent, ohne dass es sich dabei um spezielle Angebote nur für Neukunden handelte. Wer seinen Notgroschen dort parkt, sichert sich Erträge oberhalb der Inflationsrate und bewahrt bei den liquiden Mitteln seine Kaufkraft.

Steuern trotz guter Zinsen meist kein Problem

Übrigens: Um Steuern müssen sich Sparer beim Tagesgeld selten Sorgen machen. Wer 2,75 Prozent an Zinsen kassiert und den Freibetrag von 801 Euro pro Person voll für das Tagesgeld nutzt, zahlt den ersten Steuer-Euro erst ab einer Anlagesumme von gut 29.000 Euro – nach unseren Recherchen ein Betrag, den nur wenige Tagesgeldsparer bewegen.

Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung