Tagesgeldzinsen bei regionalen Banken

Frankfurt 20.10.2017 –– Die Deutschen verstecken ihr Geld zwar (hoffentlich) nicht mehr unter ihrem Bett, doch seit einigen Jahren verzichten sie freiwillig auf eine Verzinsung – und parken ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto.

Auf den Tagesgeld- und Girokonten der Nation sammelt sich eine immense Summe. Laut Bundesbankstatistik stieg das Volumen innerhalb der letzten zwölf Monate um 104,5 Milliarden auf 1,278 Billionen Euro. Zugleich fiel der Zinssatz von 0,08 auf 0,03 Prozent. Was mit null Prozent gleichzusetzen ist: Wer bei 0,03 Prozent 10.000 Euro anlegt, bekommt im Monat lediglich 25 Cent an Zinsen gutgeschrieben.

Wie viel Geld jeweils auf Tagesgeld- beziehungsweise Girokonten geparkt ist, lässt sich nicht genau bestimmen – die Bundesbank weist nur die täglich verfügbaren Anlagegelder aus und somit die Summe aus beiden Bankprodukten.

Tagesgeldzinsen bei regionalen Banken: So gut wie Null.

Die FMH-Finanzberatung hat 625 Tagesgeld-Angebote ausgewertet und festgestellt, dass selbst der Mittelwert der Bundesbank durch die „höheren“ Zinsen von Direktbanken aufgewertet wird. So verzinsen die regionalen Banken in Baden-Württemberg die Tagesgeldeinlagen zum Beispiel lediglich mit 0,005 Prozent, die Banken in Bayern immerhin mit 0,006 Prozent und die Banken in Nordrhein-Westfalen schaffen sogar 0,008 Prozent. Dies wären bei unserem Beispiel von 10.000 Euro immerhin noch klägliche sieben Cent pro Monat.

Von 625 Banken haben lediglich 47 Banken einen Tagesgeldzins von 0,1 Prozent und besser im Angebot. 56 Banken weisen einen Zinssatz zwischen 0,05 und 0,02 Prozent aus und 184 Banken zahlen zwischen 0,01 und 0,001 Prozent.

Der Rest der Geldhäuser (338) verzinst das Geld auf dem Tagesgeldkonto gar nicht mehr. Das Erschreckende dabei: Trotzdem lassen Kunden ihr Erspartes bei der Hausbank liegen.

Tagesgeld: Zinswende in Sicht?

Aktuell werden Forderungen an die EZB lauter, sie müsse eine Zinswende einläuten, zumindest die Reduzierung der Anleihekäufe in Aussicht stellen. Doch wer annimmt, allein durch die mögliche Andeutung würden die Anlagezinsen in Deutschland steigen, dürfte enttäuscht werden. Baugeldzinsen und länger laufende Anleihen werden sich voraussichtlich dadurch verteuern – aber nicht die Zinsen beim Tages- oder Festgeld.
Solange die EZB die Leitzinsen nicht erhöht oder zumindest den Negativzins von 0,4 Prozent reduziert oder zurücknimmt, sehen Banken in Deutschland sicher keine Veranlassung, ihren Sparkunden mehr Zinsen zu zahlen.

Sieht man sich die geringen Unterschiede in unserem Tagesgeldvergleich sowie die Summe der Zinsen innerhalb des geplanten Anlagezeitraums an, stellt man sehr schnell fest, dass sich ein Wechsel zu besseren Tagesgeldangeboten erst bei größeren Beträgen wirklich lohnt. Ein Fazit, das jedoch nicht bedeutet, dass man sich mit der aktuellen Tagesgeldsituation abfinden sollte.

Fazit: Die aktuell so mickrigen Zinsen müssen nicht alternativlos hingenommen werden: Es gibt relativ gut verzinste Angebote für täglich verfügbares Geld – die Consorsbank zahlt ein Prozent für Neukunden und die Akbank immerhin 0,7 Prozent, auch für Bestandskunden.

Wird das Ersparte nicht für Anschaffungen oder Investitionen benötigt, wäre beispielsweise auch ein Festgeldangebot mit einem überschaubaren Zeitrahmen von zwei Jahren eine interessante Alternative. Hier werden über Vermittler immerhin noch Zinsen von 1,5 Prozent beziehungsweise 1,05 Prozent bei einem Direktabschluss bei der Klarna oder Bigbank erwirtschaftet.

Die besten Tagesgeldkonten im Vergleich der FMH-Finanzberatung