Frankfurt 09.04.2019 –– Auch in Zeiten niedriger Zinsen lohnt es sich, die Angebote von Banken, Vermittlern und Versicherungen genau zu vergleichen. Denn auch kleine Zinsunterschiede machen bei der Baufinanzierung einen großen Unterschied.

Der Immobilienmarkt bleibt angespannt. Wer heute ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, sollte damit rechnen, dass er eine Weile suchen muss, bis das passende Objekt gefunden ist. Mindestens ebenso intensiv wie mit der Suche nach ihrem Traumhaus sollten sich Interessenten allerdings mit der Frage beschäftigen, wie und wo sie den Kauf finanzieren wollen.

Wer sich erst dann ums Finanzielle kümmert, wenn Immobilienverkäufer; Makler und Geldgeber aufs Tempo drücken, riskiert den Abschluss eines überteuerten Darlehensvertrags.

Unsere goldenen Regeln helfen Ihnen, die vielleicht wichtigste Anschaffung ihres Lebens klug zu finanzieren und den richtigen Mix aus bestem Zinsangebot, guter Beratung und flexiblen Tilgungsoptionen zu finden.


1. Regel Nummer eins: Bewahren Sie Ruhe....

... und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, den Darlehensvertrag schnell zu unterschreiben. Aussagen wie „Sie müssen sich beeilen, die Zinsen werden bald wieder steigen“ oder „diese Zinsen kann ich nur für zwei Tage halten“ sollten Sie nicht blind vertrauen. Besser ist es, selbst zu recherchieren, wie der Zinsmarkt sich gerade entwickelt.

Ideal ist es zudem, möglichst früh – am besten gleich beim ersten überlegenswerten Objektangebot – Finanzierungsgespräche zu führen und die Aussagen potenzieller Geldgeber regelmäßig auf ihren Wahrheitsgehalt zu checken. Das ist denkbar einfach, wie Regel Nummer zwei beweist.


2. Regel Nummer zwei: Nutzen Sie unabhängige Vergleichsportale

Wer wissen will, ob die Hypothekenzinsen in den nächsten Tagen wirklich steigen, kann dies an der Bundesanleihe ablesen - auf der FMH-Seite "„aktuelle Zinsentwicklung“(tägliche Zinsentwicklung)":https://index.fmh.de/fmh-index/ueberblick/ findet sich der Wert am unteren Ende. Ist die Rendite der Bundesanleihe in den vorangegangenen Tagen regelmäßig gestiegen, besteht tatsächlich das Risiko, dass auch die Bauzinsen steigen. Es lohnt sich dann, zügig zu unterschreiben.

Sinkt die Rendite der Bundesanleihe hingegen, sollten Finanzierungsinteressenten sogar noch einige Tage warten und eher eine Zinsnachbesserung fordern.

Wie hoch die Zinsen im Vergleich zur Bundesanleihe sind, ist relativ leicht abzulesen. Seit Jahren liegt die Differenz zwischen Bundesanleihe und den durchschnittlichen Bauzinsen fast immer bei rund einem Prozent.

Hypotheken/Anleihe 10 Jahre – 2019-04
© FMH-Finanzberatung / FMH Finanzberatung
Hypotheken/Anleihe 25 Jahre – 2019-04
© FMH-Finanzberatung / FMH Finanzberatung

Tipp: Die FMH-Finanzberatung tut viel dafür, dass jeder Nutzer, der über den FMH-Vergleichsrechner Kontakt zu einem Geldgeber aufnimmt, auch wirklich den Zins bekommt, den der Vergleichsrechner errechnet hat. Sollte das einmal nicht klappen, melden Sie sich bitte bei der FMH. Wir kontaktieren dann sofort die Bank, die Versicherung oder den Vermittler und erfragen für Sie, warum Ihnen die in unserer Datenbank errechneten Zinsen nicht angeboten wurden. Im Idealfall bessern die Banken daraufhin das Angebot nach. Tun sie das nicht, pflegen wir den schlechteren Wert in unsere Datenbank ein, damit der Geldgeber nicht mehr besser dasteht, als er tatsächlich ist.


3. Regel Nummer drei: Achten Sie auf jede Dezimalstelle

Die meisten Käufer und Bauherrn investieren viel Zeit in Suche, Planung und Gestaltung ihrer Immobilie. Bei der Finanzierung allerdings passieren oft vermeidbare – aber extrem teure – Fehler.

Einer der häufigsten Denkfahler: „Wegen 0,1 Prozent mehr Zinsen lohnt es sich nicht, nachzuverhandeln.“ Diese Annahme ist falsch. Die Suche nach dem besten Angebot lohnt sich immer und ohne Ausnahme. Hier sollte wirklich niemand Kompromisse eingehen. Wer sein Hypothekendarlehen beim falschen Anbieter abschließt, verliert über die Jahre gerechnet oft den Wert eines gut ausgestatteten Mittelklassewagens.

Welche Summen Finanzierungskunden ohne Not verschenken, beweist der Vergleich zwischen den günstigsten und teuersten Anbietern in der FMH-Datenbank. Bei einem Darlehen über 300 000 Euro und einer Laufzeit von 15 Jahren liegt der Zinsunterschied bei stolzen 47.000 Euro.

Gibt sich der Kunde beim Anschlussdarlehen erneut mit dem teuersten Darlehen zufrieden, summieren sich die Mehrkosten in der Finanzierung sogar auf 83.930 Euro (gleiche Zinsen wie bei Vertragsabschluss unterstellt).



Vorgaben: Die Höhe der Tilgungsrate bleibt jeweils gleich hoch.
Kaufpreis 400.000 €; Darlehen 300.000 €; Zinsbindung 15 Jahre

SollzinsEff.ZinsTilgungRate / MonatRestschuld
in 15 J.
Differenz zu
TOP-Angebot
Günstigstes Angebot1,14%1,16%3,00%1.035 €152.846 €0 €
0,1% höherer Zinssatz1,24%1,26%2,90%1.035 €156.656 €3.810 €
0,3% höherer Zinssatz1,44%1,46%2,70%1.035 €164.470 €11.624 €
Teuerstes Angebot2,29%2,31%1,85%1.035 €200.776 €47.930 €
Mittelwert von
180 Angeboten
1,59%1,62%2,55%1.035 €170.507 €17.661 €

Quelle. FMH-Finanzberatung Stand: 08.04.2019



4. Regel Nummer vier: Geben Sie Vermittlern eine Chance

Viele Finanzierungskunden glauben, dass sie bei einem Vermittler mehr bezahlen müssen als bei der Bank selbst – schließlich muss der Vermittler ja auch noch bezahlt werden. Letzteres ist zwar zutreffend: Gute und große Vermittler erhalten von den Banken meist ein Prozent des Darlehensbetrags als Provision, manchmal sogar noch mehr. Weil aber die Bank vom Vermittler komplette, quasi unterschriftsreife Unterlagen verlangt, wird dem Geldgeber dadurch viel Arbeit erspart, die er sonst in erfolglose Beratungen investieren müsste. Und weil dieser Vorteil ebenfalls eingepreist ist, sind Vermittler in der Regel nicht teurer, als die Banken selbst.

Hellhörig werden sollte Kunden jedoch, wenn Vermittler oder Banker beharrlich dafür werben, man möge doch bitte noch einen Bausparvertrag abschließen, um die Anschlussfinanzierung zu sichern. Hier geht es meist nur um eine Verdoppelung der eigenen Provision und selten um den Vorteil des Kunden.


5. Regel Nummer fünf: Greifen Sie zu, wenn das Angebot stimmt

Das Bessere ist der Feind des Guten. Diese alte Binse gilt auch für die Baufinanzierung. Wer im September 2016, beim bisher tiefsten Zinssatz seit Bestehen der Bundesrepublik, seinen Baukredit unterschrieben hat, kann sich daher glücklich schätzen. Dennoch wäre es falsch, ein gutes Angebot heute nur deshalb auszuschlagen, weil es in ein paar Monaten vielleicht noch günstigere Konditionen gibt. Denn wenn sich die Erwartungen nicht erfüllen, hat man mit Zitronen gehandelt – zumal die Immobilienpreise vielerorts noch immer dynamisch steigen.

Wer ein gutes Angebot erhält, sollte daher zugreifen, wenn zuvor geklärt ist, wie lange der Anbieter der Wahl für die Darlehensausfertigung braucht – im schlimmsten Fall müssen sich Kunden auf Wartezeiten von vier Wochen und mehr einstellen. Vorsicht: Vermittler machen dazu zum Teil etwas verzerrte Angaben, weil sie mit der billigsten Bank oder Versicherung nicht intensiv zusammenarbeiten.

Tipp: Wer mehr als fünf konkrete Darlehensangebote auf dem Tisch hat, kann schnell den Überblick verlieren, wer zu wenig Offerten einholt, erhält am Ende vielleicht nicht die idealen Konditionen. Die FMH rät daher dazu, drei konkrete Angebote in die engere Wahl zu nehmen, von denen am Ende eines den Zuschlag erhält. Wer den "Zinsvergleich auf der FMH-Seite zu Rate zieht, kann zudem sicher sein, dass er jederzeit die besten Angebote erhält – aussagekräftig, unabhängig und aktuell.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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