Covid-19 beherrscht auch den Finanzmarkt: Dank der Angst vor dem Virus brechen die Zinsen ein. Gut für die Baufinanzierung.
Covid-19 beherrscht auch den Finanzmarkt: Dank der Angst vor dem Virus brechen die Zinsen ein. Gut für die Baufinanzierung. © jesada / Adobe Stock

Frankfurt 04.03.2020 –– Der Dax hat jeden Halt verloren, die Zinsen taumeln zu neuen Jahrestiefständen: Die weltweite Verbreitung des Coronavirus hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft – und alle, die für den Kauf einer Immobilie nach einer günstigen Baufinanzierung suchen.

Ende Januar gab es in Bayern den ersten Coronavirus-Infizierten Deutschlands. Anfang Februar stellte die FMH-Finanzberatung einen Zusammenhang zwischen sinkenden Bauzinsen und dem neuartigen Erreger her. Damals war das eine eher gewagte These. Inzwischen aber ist es offenkundig, dass die Ausbreitung des Virus – und die Angst davor – die Finanzwelt belastet: Seit Ende Februar hat der Dax fast 2.000 Punkte verloren.

Für die Aktienkultur in Deutschland kommt die Panikwelle zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Weil der Zins so niedrig ist, hatten sich die ersten Anleger gerade dazu durchgerungen, ihre Guthaben vom Tagesgeldkonto in einen Investmentfonds zu transferieren – und dann rauschen plötzlich die Kurse nach unten.

Neues Zinstief: Gute Zeiten für Käufer einer Immobilie

Ähnlich dramatische Entwicklungen gibt es derzeit bei den Zinsen für Hypothekendarlehen – hier allerdings zugunsten der Käufer einer Immobilie. Die Anbieter überschlagen sich geradezu mit günstigen Offerten: Am 28. Februar verzeichnete die FMH-Finanzberatung gleich drei neue Rekordwerte bei der Baufinanzierung – nämlich für Zinsbindungen von zehn, 15 und 20 Jahren. Die tiefsten FMH-Indexwerten für Bauzinsen lauten: für zehn Jahre fest 0,66 Prozent, für 15 Jahre 0,95 Prozent und für 20 Jahre 1,17 Prozent.

Gut für die Käufer von Immobilien: Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Seit dem ersten Corona Fall ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von minus 0,31 auf minus 0,63 Prozent gesunken. Da die ersten Zentralbanken inzwischen laut über Leitzinssenkungen nachdenken, um der strauchelnden Weltwirtschaft zu helfen, dürfte die Bundesanleihe weiter ins Minus rutschen, und mit ihr die Renditen der Pfandbriefe, die maßgeblich die Entwicklung der Zinsen für die Baufinanzierung bestimmen. Konkret bedeutet das noch günstigere Darlehen für die Käufer von Immobilien – meistens jedenfalls.

Interessant ist nämlich, dass trotz des Zinstiefs die Darlehen mit fünf Jahren Zinsbindung vergleichsweise teuer sind: Die Anbieter verlangen mit 0,67 Prozent deutlich mehr als beim letzten Zinstief, Anfang September 2019. Damals zahlten Kunden nur 0,59 Prozent bezahlen. Über die Gründe für dieses Phänomen lässt sich nur spekulieren. Denkbar erscheint es aber, dass Banken einen Anreiz setzen wollen, längere Zinsbindungen zu vereinbaren: Zwar sind die Margen hier noch geringer, dafür aber können sie die Finanzierungskunden, die die niedrigen Zinsen zahlen, länger in ihren Büchern führen.

Zinsen bei der Baufinanzierung – ein Blick in die Glaskugel

Angesichts der aktuellen Talfahrt bei den Bauzinsen stellen sich Kunden von Baufinanzierungen die Frage, nach der richtigen Strategie. Lohnt es sich, die Unterzeichnung des Darlehens bei der Bank noch eine Weile hinauszuzögern, um womöglich noch bessere Zinskonditionen zu erhalten und die monatliche Rate niedrig zu halten? Oder sollte man angesichts der momentanen Werte direkt zugreifen und den Kauf der Immobilie sowie die Baufinanzierung zu besiegeln?

Wir tendieren zu Variante zwei. Zwar ist zu erwarten, dass die kommenden Tage noch weitere Zinssenkungen bringen. Deswegen den Vertragsschluss mit der Bank zu verzögern lohnt sich für die Käufer einer Immobilie aber nicht. Eine Zinssenkung von weiteren 0,05 Prozent drückt die monatliche Rate bei einem Darlehen über 400.000 Euro gerade einmal um 16,67 Euro.

Entscheidend ist es, den richtigen Anbieter zu wählen

Für alle, die eine Immobilie kaufen wollen, gibt es aber deutlich Wichtigeres, als die tagesaktuelle Zinsentwicklung. Entscheiden ist es nämlich, das Darlehen bei der günstigsten Bank zu unterschreiben. Wer eine Immobilie für 500.000 Euro kauft, ein Darlehen über 450.000 Euro aufnimmt, sowie 15 Jahren Zinsbindung und drei Prozent Tilgung pro Jahr vereinbart, dem bietet der günstigste Anbieter in der FMH-Datenbank derzeit einen Sollzins von 0,94 Prozent, die teuerste Bank verlangt 1,69 Prozent. Diese Differenz spart – oder kostet – richtig viel Geld: Der Unterschied bei der monatlichen Rate für Zins und Tilgung beträgt 281,25 Euro. Die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung ist beim besten Anbieter von Hypothekendarlehen um 41 428 Euro geringer als beim teuersten: Statt 219.703 Euro beträgt sie nur 178.275 Euro.

Fazit: Wer für den Kauf einer Immobilie eine günstige Baufinanzierung sucht, hat mit der Wahl des richtigen Anbieters auch in Zeiten niedriger Zinsen den größten Hebel, um Geld zu sparen. Die Unterschiede bei der monatlichen Rate für Zins und Tilgung sind erheblich. Und auch die Restschuld am Ende der Zinsbindung ist bei einer günstigen Baufinanzierung deutlich niedriger. Spekulationen auf sinkende Zinsen hingegen lohnen nicht: Sie kosten Zeit und Nerven und der Nutzen ist relativ gering.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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