Prognose für Anlage- und Kreditzinsen Prognose für Anlage- und Kreditzinsen 2023
© Shutter_M / Shutterstock

Frankfurt 14.12.2022 –– Die Frage, wie sich die Zinsen im neuen Jahr entwickeln werden, stellt sich im Dezember
immer wieder. Heuer sind die Antworten aber besonders schwierig. In einigen Bereichen
lassen sich aber durchaus valide Prognosen erstellen …

Wer wissen will, in welche Richtung sich die Tagesgeld- und Festgeldzinsen entwickeln werden, wie hoch die Ratenkreditzinsen im kommenden Jahr ausfallen und welche Konditionen in der Baufinanzierung zu erwarten sind, der sollte zunächst einen Blick auf die Inflationsrate werfen.
Der Grund: Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hängt maßgeblich davon ab, wie stabil oder instabil die Preise in der Eurozone sind. Das zeigte sich zuletzt im Juli 2022. Damals lag die Inflation in Deutschland bereits bei zehn Prozent. Die EZB sah sich zu einer (wenn auch späten) Erhöhung der Leitzinsen gezwungen und hob ihn innerhalb von sechs Wochen gleich um insgesamt 1,25 Prozentpunkte an.

Auch für die Zukunft hat die EZB angekündigt, mit ihrer Geldpolitik die Inflation bekämpfen zu wollen. Da die Teuerungsangaben immer im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres errechnet werden, dürften wir 2023 keine allzu großen Inflationssprünge mehr erleben, was nicht bedeutet, dass die Teuerung nicht mehr zu spüren ist.

Dennoch ist zu erwarten, dass die EZB noch das eine oder andere Mal an der Zinsschraube drehen dürfte. Die direkte Folge: Auch die Tagesgeld- und Festgeldzinsen steigen.

Tagesgeld: Oft attraktiver als Festgeld

Bereits im ausklingenden Jahr konnte man diesen Mechanismus gut beobachten. Die Zinsen aufs Tagesgeld haben allein im Jahr 2022 von 0,02 bis auf 0,50 Prozent angezogen und seit der EZB-Leitzinserhöhungen Ende Juli von 0,03 auf 0,50 Prozent.

Dieser Trend wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen.

Bei der FMH-Finanzberatung gehen wir von einem mittleren Zinssatz von mehr als einem Prozent bis Ostern 2023 aus. In der Spitze könnten Neukunden bei Banken mit deutscher Einlagensicherung sogar 2,5 Prozent bekommen – Tagesgeld wird damit zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Festgeldangebote.

Zum Tagesgeldvergleich der FMH-Finanzberatung »

Festgeld: Die Einlagensicherung entscheidet

Wer sein Geld über einen Vermittler für zwölf Monate anlegt, erhält aktuell bis zu 2,95 Prozent (Einlagensicherung Litauen) und 2,8 Prozent mit österreichischer Einlagensicherung. Banken im Direktgeschäft bieten bis zu 2,76 Prozent mit europäischer und mit deutscher Einlagensicherung bis zu 2,1 Prozent.

Die aktuell besten Zinsen für zwei Jahre liegen bei Vermittlern bei 3,15 Prozent und bei drei Prozent im Direktgeschäft bei einer französischen Bank. Die beste deutsche Bank bietet 2,6 Prozent. Die nur geringfügig höheren Zinsen bei einer Festlegung für 24 Monate sprechen eher für das zwölfmonatige Festgeld.

Im Vergleich zum flexiblen Tagesgeld ist das nur mäßig attraktiv. Und auch die Zinssteigerungen beim Festgeld könnten im neuen Jahr überschaubar bleiben.

Bei der FMH gehen wir davon aus, dass Festgeld für zwölf Monate im Frühjahr 2023 im Durchschnitt bei 2,25 Prozent liegen wird. Vereinzelt könnte es allerdings auch Spitzenzinsen von knapp vier Prozent geben (mit europäischer Einlagensicherung). Wer auf die deutsche Einlagensicherung Wert legt, wird sich vermutlich mit 2,75 Prozent bescheiden müssen.

Zum Festgeldvergleich der FMH-Finanzberatung »

Ratenkredite: Es geht weiter nach oben

Deutlich einfacher lässt sich die Entwicklung bei den Ratenkreditzinsen prognostizieren. Denn wenn die Festgeldzinsen steigen, werden von jeher auch die Ratenkredite teuer. Erwartungsgemäß haben sich daher die Zinsen für Ratenkredite seit den EZB-Leitzinserhöhungen von durchschnittlich 4,6 auf 6,0 Prozent erhöht.

Für 2023 ist zu erwarten, dass die Entwicklung im selben Tempo weitergeht, so dass die Zinsen bis Ostern wohl nochmal um 0,75 Prozentpinkte steigen werden. Ein Vergleich der Konditionen lohnt sich daher mehr denn je. Denn die Spanne der Angebote ist sehr groß.

Wer genau hinschaut, wird daher auch in Zukunft Angebote für unter sechs Prozent finden können, auch wenn die Durchschnittszinsen im Frühjahr kommenden Jahre wohl zwischen 6,5 und 6,75 Prozent liegen dürften. Zum Vergleich: Der Mittelwert der vergangenen 20 Jahre liegt bei 6,53 Prozent.

Zum Ratenkreditvergleich der FMH-Finanzberatung »

Baufinanzierung: Preisanstieg verlangsamt sich

Wer wissen will, wie sich die Kosten für Baukredite im kommenden Jahr entwickeln, muss sich um Leitzinsen und die Inflation nur am Rande kümmern. Vielmehr sollten Bauherren die Renditen der Pfandbriefe bzw. der deutschen Bundesanleihe im Blick behalten. Steigen sie, steigen auch die Bauzinsen.

Die Konditionen der Baufinanzierung sind also im Wesentlichen davon abhängig, wie gerne Großinvestoren ihr Geld an den deutschen Staat verleihen – und zu welchen Bedingungen. Angesichts der vielfältigen Probleme in der Welt – von den Nachwirkungen der Pandemie über den Krieg bis hin zur Inflation – sind Prognosen hier nicht ganz einfach. Wir von der FMH-Finanzberatung gehen im neuen Jahr aber nur noch von moderaten Bauzinserhöhungen aus. Im Frühjahr könnten es sogar einen leichten Rückgang auf knapp drei Prozent geben, bevor die Zinsen wieder auf 3,5 bis 3,75 Prozent anziehen.

Interessant dürfte in den kommenden Monaten die Zinsdifferenz zwischen einzelnen Zinsbindungsfristen sein. Fünf Jahre Zinssicherheit kosten aktuell 3,60 Prozent, für zehn Jahre zahlen Kunden nur 3,50 Prozent, 15 Jahre fest kosten 3,70 Prozent und 20 Jahre fest gibt es für 3,78 Prozent.

Wer vor der Entscheidung für eine längere oder kürzere Zinsbindung steht, muss daher überlegen, welche Zinsentwicklung man erwartet. Geht man davon aus, dass die Zinsen in fünf Jahren deutlich niedriger sein werden als heute, empfiehlt sich eine kurze Laufzeit. Geht man hingegen davon aus, dass sich die Zinsen eher nach oben bewegen, wäre eine langfristige Absicherung von 20 Jahre sinnvoll. Sicherheit kostet Geld, schafft aber langfristige Gewissheit über die eigene Belastung.

Zum Immobilienkreditvergleich der FMH-Finanzberatung »

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
geschaeftskonten kreditkarten riester tagesgeld sparbuch ratenkredit festgeld forward giro immobilienkredit hypothek bausparen depotbank ansparplan zuwachssparen

Die besten Festgeld-Angebote für



Was derzeit gelesen wird

    FMH Artikel Archiv