Baufinanzierung: So rechnen Sie Ihre Monatsbelastung aus

Serie zur optimalen Baufinanzierung, Teil 2

Frankfurt 07.11.2011 –– Immobilien sind „in": Etliche Sparer und Anleger überlegen, wie sie sich angesichts der Geldpolitik der Notenbanken vor der befürchteten Inflation schützen können. Viele werfen dabei ein Auge auf die selbstgenutzte Immobilie. Doch wie geht man bei der Baufinanzierung am besten vor? Die FMH-Finanzberatung gibt mit einer Serie Antworten auf Fragen zur Baufinanzierung. Lesen Sie jetzt in Teil 2: So viel Eigenheim können Sie sich leisten.

Bevor Sie zu rechnen beginnen, sollten Sie sich zunächst klarmachen, wie viel Miete Sie in den nächsten Jahren zahlen würden, wenn Sie alles beim Alten beließen. Dies kann eine gute Motivation sein, um den Traum von den eigenen vier Wänden tatsächlich zu verwirklichen. Denn: Wer heute 40 Jahre alt ist und 700 Euro im Monat an Kaltmiete zahlt, überweist selbst bei einer unrealistischen Mietsteigerung von null Prozent in den kommenden vier Jahrzehnten 336.000 Euro an den Vermieter. Beläuft sich die Mietsteigerung auf durchschnittlich nur zwei Prozent im Jahr, fließen schon 507.000 Euro auf das Konto des Vermieters; bei einem Plus von drei Prozent im Mittel dürfen Sie sogar 633.000 Euro berappen.

Miete auf Dauer deutlich teurer als Eigenheim

Im Vergleich zu den Beträgen über einer halben Million Euro nimmt sich der Kauf einer Immobilie im Wert zwischen 200.000 und 300.000 Euro da relativ bescheiden aus. Doch können Sie sich derzeit so viel Immobilie leisten? Oder wie viel Haus können Sie sich überhaupt leisten? Die Antwort darauf geben Ihnen:

  • Die Summe aus Ihrer aktuellen Kaltmiete und Ihrer regelmäßigen Sparrate oder
  • Ihr persönlicher Kassensturz sowie
  • Die Kreditvergabe-Richtlinien der Banken, die sich daran orientieren, was Ihnen zum täglichen Leben an Geld verbleiben muss.

Summe aus Kaltmiete und Sparrate: Dies ist die bequemste Variante der möglichen Rechenmodelle, denn dazu müssen Sie nur zwei Größen kennen. Verwendet wird nur die Kaltmiete, denn Kosten für Strom, Wasser und Heizung fallen auch in Zukunft an. Allerdings funktioniert das Modell nur, wenn Sie bei den Sparraten nur jene Ersparnisse einbeziehen, die Sie monatlich anlegen und nicht nur, wenn gerade mal etwas Geld übrig bleibt.

Kassensturz: Das Instrument des Kassensturzes verschafft Ihnen Sicherheit, wenn Sie nicht genau wissen, was Ihnen im Monat verbleibt. Zu diesem Zweck stellen Sie Ihre monatlichen Ausgaben den monatlichen Einnahmen gegenüber. Daraus ergibt sich, welche finanzielle Belastung Sie in diesem Zeitraum kontinuierlich schultern können. Kein Problem bei der Recherche stellen vermutlich Ihre Einnahmen dar – zumindest, wenn Sie Arbeiter, Angestellter oder Beamter sind. Rechnen Sie nur mit dem Nettoeinkommen und nur mit Zahlungen, die regelmäßig eingehen. Als Selbstständiger können Sie Ihr Einkommen der vergangenen drei Jahre als Grundlage nehmen.

Ausgaben werden notorisch unterschätzt

Etwas komplizierter gestaltet sich die Sache bei den Ausgaben. Diese setzen sich meist aus vielen Einzelposten zusammen und werden notorisch unterschätzt. Die FMH-Finanzberatung bietet deshalb über das Tool „Kassensturz“ einen Rechner an, der Ihnen die Arbeit deutlich erleichtert. Der Kassensturz-Rechner fächert Ausgaben für Lebensunterhalt, Versicherungen, Geldanlage und Auto in etliche Kategorien auf. Bei den Einnahmen wie auch bei den Ausgaben sollten Sie alles auf den Monat als Einheit umrechnen. Typisches Beispiel dazu wäre der Jahresbeitrag der Autoversicherung. Keinesfalls sollten Sie sich Ihre Belastung schön-, sprich hochrechnen, indem Sie es mit den Einsparungen zu weit treiben. Denn die Erfahrung zeigt: Bauherren halten übermäßigen Konsumverzicht auf Dauer nicht durch.

Zudem sollten Sie auch beim Kassensturz sicherstellen, dass Sie nicht mit Wunschzahlen rechnen. Sinnvoll ist es daher, wenn Sie Ihre Ausgaben für mehrere Wochen oder sogar über Monate hinweg dokumentieren. Ein solches Haushaltsbuch ist zudem eine gute Gelegenheit, „auszumisten" und unnötige Ausgaben zu streichen.

Richtlinien der Banken: Jetzt, da Sie wissen, wie viel Sie Monat für Monat für die Hausfinanzierung erübrigen können, müssen Sie noch eine Hürde nehmen – die Richtlinien zur Kreditvergabe. Denn die Banker gehen davon aus, dass eine Immobilienfinanzierung maximal 40 bis 45 Prozent des Familiennettoeinkommens ausmachen darf. Wenn Ihr Haushalt über 3000 Euro netto verfügt, dürfen demnach 1200 bis 1350 Euro in die Finanzierung Ihrer vier Wände fließen.

Banken lehnen aus Selbstschutz mögliche höhere Raten ab

Dies ist auch dann der Fall, wenn Ihr Kassensturz oder Ihr Sparverhalten zeigt, dass Sie 1500 Euro übrig hätten – die Bank wird meist keine höheren Raten erlauben, um das Ausfallrisiko klein zu halten. Umgekehrt sollten Sie sich aber auch keine höhere Rate zumuten, als Ihr Kassensturz hergibt, nur weil die Bank es erlauben würde. In diesem Fall orientieren Sie sich einfach an Ihren persönlichen Möglichkeiten. Für Haushalte mit geringeren Einkommen setzen die Banken statt einer prozentualen Finanzierungsbelastung Pauschalen an. Für den Hauptverdiener müssen meist 750 Euro monatlich zum privaten Verbrauch übrig sein – sowie 200 Euro für den Partner, wenn dieser nicht außer Haus arbeitet. Einer Familie mit einem Verdiener müssen also nach der Finanzierung mindestens 950 Euro für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen. Für ein Kind wird mit 150 bis 200 Euro gerechnet. Von diesen Pauschalen, die zum Leben benötigt werden, sind die Lebensmittel, Strom, Wasser, Heizung, Telefon, Versicherung, Auto und Urlaub zu bestreiten. Also echte Mindestsätze.

Klingt alles ziemlich kompliziert? Dann kann der FMH-Eigenheim-Rechner Abhilfe schaffen. Der Eigenheim-Rechner sagt Ihnen nach nur wenigen Angaben, wie viel Geld Sie maximal für die Finanzierung aufwenden dürfen.

Lesen Sie in Teil 3, wie Sie errechnen, wie teuer Ihr Traumhaus werden darf!

Unsere Website verwendet an einigen Stellen sogenannte Cookies. Sie dienen dazu, das Angebot nutzer­freundlicher zu machen. Sie können in Ihren Browser-Einstellungen festlegen, dass keine Cookies gespeichert werden. Wir weisen darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenen­falls nicht sämtliche Funktionen dieser Website in vollem Umfang nutzen können.

Weitere Informationen zum Thema Cookies und Schutz Ihrer Daten finden Sie hier .

Count