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Lesedauer: 3 Minuten
31.10.2025

Sicher, aber mäßig lukrativ: Warum Festgeld derzeit gut überlegt sein will

Zinsentwicklung beim Festgeld

Sicherheit vor Rendite: Lange Zeit haben deutsche Sparer ihr Geld nach diesem Grundsatz angelegt. Die extreme Inflation der vergangenen Jahre hat bei vielen Anlegern aber zu einem Umdenken geführt. Zu Recht.

Max Herbst: Experte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Max HerbstExperte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Erstellt am 31.10.2025, Aktualisiert am 31.10.2025
Skeptische Frau

Wer Geld anlegt, verfolgt in der Regel mehrere Ziele. Meist geht es darum, Rücklagen zu bilden und Rendite zu erwirtschaften. Vielen Sparern ist es aber auch wichtig, dass das Geld sicher verwahrt ist und keine Verluste drohen. 

Vor allem dieser Aspekt hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass Festgeld in Deutschland sehr beliebt war. Die Zinsgarantien, die für den gesamten Anlagezeitraum gelten, machen diese Sparvariante absolut kalkulierbar. Hinzu kommt die gesetzliche Einlagensicherung, die im Fall einer Bankenpleite dem Erhalt bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Geldhaus garantiert. Auch sie hilft den traditionell vorsichtigen deutschen Sparern dabei, ihren Nachtschlaf zu finden.  

Wer mehr Geld anlegen möchte, kann bei vielen Banken und Sparkassen in der Bundesrepublik sogar mehr als eine Million Euro insolvenzgesichert anlegen.  

Wenn Sparen Geld vernichtet 

Was die Sicherheit angeht, ist Festgeld daher kaum zu schlagen. Bei der Verzinsung hingegen gibt es seit einiger Zeit echte Probleme. 

Die wichtigsten Faktoren, die den Festgeldzins beeinflussen, sind die Inflationsrate, der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Anlagedauer. 

Bereits ein Blick auf den ersten Faktor ist einigermaßen ernüchternd. 

In den vergangenen Jahren lag der Festgeldzins meist deutlich niedriger, als die Inflationsrate. Lediglich in der Zeit zwischen dem Jahr 2005 und 2010 gab es eine positive Realverzinsung (siehe Grafik). Realverzinsung bezeichnet den Zinssatz abzüglich der Inflation – und damit den Wert, der angibt, ob das Ersparte nebst Zinsen am Ende der Anlagedauer mehr Kaufkraft hat, als zu Beginn der Laufzeit. 

Hoffnungen auf die EZB könnten enttäuscht werden 

Großen Einfluss auf die Festgeldzinsen hat überdies der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Erhöhen die Währungshüter die Zinsen, steigen meist auch die Festgeldzinsen. Sinkt der Leitzins, müssen auch Festgeldsparer Abschläge hinnehmen. 

Doch selbst wer nun darauf spekuliert, dass die EZB demnächst die Leitzinsen wieder erhöhen könnte, muss bedenken, dass dieser Schritt wohl nur deshalb erfolgen würde, weil die Inflation in der Eurozone gestiegen ist –damit würden sich die beiden Entwicklungen vermutlich gegenseitig aufheben. 

Ganz allgemein erwarten wir von der FMH-Finanzberatung, dass es in den kommenden Monaten keine nennenswerten Bewegungen bei den Festgeldzinsen geben wird. Festgeld für zwölf Monate dürfte im Schnitt zwischen 1,65 und 1,80 Prozent Zinsen bringen. Bei einer längeren Festlegungszeit von fünf Jahren wird die Spanne wohl zwischen zwei und 2,30 Prozent liegen. 

Wo finden Interessierte die besten Festgeldangebote? 

Wer angesichts der aktuellen Weltlage vor allem auf Sicherheit setzt, findet über den Festgeld-Vergleich auf FMH.de derzeit Zinsangebote für zwölf Monate in Höhe von 2,71 Prozent und einige mit 2,40 Prozent (Stand: Oktober 2025). Beim Festgeld mit einer Laufzeit von drei Jahren erreicht das TOP-Angebot sogar den Wert von 2,90 Prozent.  

Damit wäre der Inflationsausgleich vor Steuern schon einmal geschafft.  

Bedenken sollte der Anleger allerdings, dass die Erträge der Abgeltungsteuer von 25 Prozent unterliegen. Dazu kommen noch die Abzüge für den Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer. Im Extremfall müssen Sparer daher rund 28 Prozent Steuern auf ihre Festgeldzinsen entrichten. Und dann sieht die Rechnung wesentlich schlechter aus. Selbst beim Angebot von 2,90 Prozent bleibt nach Steuern nur eine Rendite von 2,18 Prozent – aktuell also deutlich unter der Inflationsrate.

Festgeld 12 Monate und 3 Jahre EZB-Einlagenzins

Festgeld 12 Monate und 3 Jahre Inflation

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