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Altersvorsorgedepot: So funktioniert die neue private Altersvorsorge ab 2027

Ab 2027 wird die Riester-Rente durch ein neues, staatlich gefördertes Produkt ersetzt: das Altersvorsorgedepot. Die Idee: Anders, als bei der Riesterrente lässt sich das Geld der Sparer auch ohne Kapitalgarantie am Kapitalmarkt angelegt werden. Das birgt zwar gewisse Verlustrisiken, erhöht aber auch die Renditechancen. Das Altersvorsorgedepot verbindet damit die Kapitalanlage über Fonds und ETFs mit staatlicher Förderung und Steuervorteilen für die Anleger. Doch nicht alle Sparer profitieren gleichermaßen von den Neuerungen. Wie lukrativ das Altersvorsorgedepot ist, ist von mehreren Faktoren abhängig: Zum einen wird es unterschiedliche Varianten geben, zum anderen ist die Höhe der Förderung abhängig von der Höhe der gewählten Beitragshöhe. Darüber hinaus beeinflussen der persönliche Steuersatz und die Kosten des gewählten Depotanbieters das Ergebnis.

Beate Balke: Expertin für Wertpapiere, Kreditkarten und Bausparen
Beate BalkeExpertin für Wertpapiere, Kreditkarten und Bausparen
Erstellt am 25.09.2026, Aktualisiert am 25.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Altersvorsorgedepots können ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Bestehende Riester-Verträge können weiterlaufen.
  • Das Geld kann etwa in ETFs und Fonds fließen. Das bietet Renditechancen, birgt aber auch Verlustrisiken.
  • Je nach Eigenbeitrag sind bis zu 540 Euro Grundzulage und zusätzlich bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr möglich.
  • Erträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei. Die Auszahlungen werden später versteuert.
  • Möglich sind eine lebenslange Rente oder ein Auszahlungsplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr. Zu Beginn können bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einmal ausgezahlt werden.

Altersvorsorgedepots im Überblick – unser Vergleich folgt in Kürze

Geplanter Start für das Altersvorsorgedepot (AVD): 01.01.2027.

Anbieter

Aktueller Stand

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Alte Leipziger

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comdirect

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Consorsbank

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EVERGREEN

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flatex

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Smartbroker+

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Traders Place

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Trading 212

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Umweltbank

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Union Investment

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UnitPlus

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Whitebox

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Quelle: Eigene Recherche. Stand: 25.09.2026.

Die Übersicht beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben der Anbieter. Ankündigungen, Wartelisten und Registrierungsmöglichkeiten können sich kurzfristig ändern. Den jeweils aktuellen Stand findest du direkt beim Anbieter.

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Ganz generell ist das Altersvorsorgedepot eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Das Produkt soll Erwerbstätige dazu animieren, die eigene Rente aufzustocken, indem sie langfristig am Kapitalmarkt investieren und gleichzeitig Zulagen und steuerliche Vorteile erhalten.

Zwar gab es mit der Riester-Rente bereits eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge. Die allerdings wirft nur sehr überschaubare Renditen ab. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot soll das anders werden. Hier sind die Rendite-Chancen deutlich höher. Es gibt aber auch Risiken. Beim Altersvorsorgedepot ist – anders als bei der Riesterrente – nicht garantiert, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen vorhanden sind. Dadurch lässt sich Kapital auch in zugelassene Fonds und ETF investieren. Investments in Einzelaktien und Kryptowährungen bleiben jedoch verboten.

Diese Flexibilität bedeutet, dass der Wert des Altersvorsorgedepots schwanken kann und sogar Verluste möglich sind. Die Kapitalmarktanlage ist deshalb vor allem auf einen langfristigen Anlagehorizont ausgerichtet, bei dem sich ein vorübergehendes Minus mit der Zeit fast immer ausgleichen lässt.

Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?

Um die neuen Möglichkeiten nutzen zu können, schließen Sparer einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag bei einem Anbieter ab und zahlen dort die Beiträge in der gewünschten Höhe ein. Der Staat ergänzt diese unter bestimmten Voraussetzungen um Zulagen (mehr dazu später).

Der Kreis der potenziell Förderberechtigten ist deutlich größer als bei der Riesterrente. Gefördert werden können unter anderem Angestellte, Auszubildende, Beamte, Soldaten, Landwirte und Selbstständige, die noch keine Altersrente beziehen und jünger als 67 Jahre sind. Auch Mini- und Midijobber sowie Mitglieder der Künstlersozialkasse können förderberechtigt sein, sofern sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Nicht unmittelbar förderberechtigt sind unter anderem Hausfrauen und Hausmänner sowie Minijobber, die von der Rentenversicherungspflicht befreit sind. Ist jedoch der Ehe- oder eingetragene Lebenspartner förderberechtigt, kann eine mittelbare Förderung möglich sein – bei einer eigenen Einzahlung von mindestens 120 Euro pro Jahr.

Die Beiträge des Sparers werden am Kapitalmarkt angelegt. Welche Fonds, ETFs oder sonstige Anlagen konkret zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen Anbieter und der konkreten Ausgestaltung des Vertrages ab.

Wichtig: Anders als bei herkömmlichen Wertpapierdepots können Anleger während der Ansparphase nicht ohne Weiteres auf Kapital zugreifen, da das Geld für die Altersvorsorge bestimmt ist. Der Zugriff ist zwar grundsätzlich möglich, allerdings riskieren Sparer dann die Förderung.

Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Die Förderung richtet sich stärker als beim bisherigen Riester-System nach dem tatsächlich eingezahlten Eigenbeitrag.

Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Die Förderung richtet sich stärker als beim bisherigen Riester-System nach dem tatsächlich eingezahlten Eigenbeitrag.

Eigener Jahresbeitrag

Grundzulage

Bis 360 €

50 Prozent des Eigenbeitrags

Anteil zwischen 360 € und 1.800 €

25 Prozent dieses Beitragsanteils

Ab 1.800 €

maximal 540 € Grundzulage

Beispiel: Wer selbst 1.800 Euro im Jahr einzahlt, erhält auf die ersten 360 Euro eine Zulage von 180 Euro. Auf die weiteren 1.440 Euro kommen 360 Euro hinzu. Insgesamt ergibt sich eine Grundzulage von 540 Euro. Die Zulagen fließen zusätzlich zu den Eigenbeiträgen und erhöhen so das Kapital, mit dem gearbeitet wird.

Eigenbeiträge jenseits der 1.800 Euro – Marke sind ebenfalls möglich. Sie erhöhen die Grundzulage jedoch nicht weiter.

Kinderzulage

Für Kinder kann zusätzlich eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr hinzukommen. Die volle Kinderzulage gibt es allerdings erst ab einem Eigenbeitrag von 300 Euro pro Jahr.

Berufseinsteigerbonus

Wer vor seinem 25. Geburtstag einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag abschließt, kann überdies einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.

Welche Anlagen sind im Altersvorsorgedepot möglich?

Das Altersvorsorgedepot soll eine renditeorientierte Kapitalanlage ermöglichen. Daher bieten sich vor allem bestimmte Fonds und ETFs an.

Um übermäßige Risiken zu vermeiden, sind die zulässigen Anlagen aber nach wie vor gesetzlich begrenzt. Erlaubt sind Investments in bestimmte OGAW-Fonds – darunter können beispielsweise breit gestreute Aktien-ETFs fallen – sowie weitere zugelassene Fondsarten und bestimmte Schuldverschreibungen – zum Beispiel deutsche Bundesanleihen.

Sehr riskante Anlageklassen wie einzelne Aktien oder Kryptowährungen sind von der geförderten Altersvorsorge ausgeschlossen.

Welche ETFs oder Fonds Anleger tatsächlich auswählen können, variiert, je nachdem, bei welchem Anbieter sie ihr Altersvorsorgedepot abschließen. Ein gesetzlich zulässiger ETF muss deshalb nicht automatisch bei jedem Altersvorsorgedepot verfügbar sein.

Warum gibt es mit dem „Standarddepot“ eine zweite Variante des Altersvorsorgedepots?

Weil man in Berlin offenbar auch vorsichtige bzw. unerfahrene Anleger für Investments am Kapitalmarkt begeistern will.

Wer es sich nicht zutraut – oder keine Zeit hat – die Anlagen für das Altersvorsorgedepot selbst zusammenzustellen, kann statt des „normalen“ Altersvorsorgedepots das sogenannte Standarddepot wählen. Dabei handelt es sich um ein besonders einfach ausgestaltetes Altersvorsorgedepot mit weitgehend vorgegebenen Einstellungen. „Standard“ eben.

Das Standarddepot nutzt daher nur zwei vom Anbieter festgelegte Fonds und darf Effektivkosten von höchstens 1,00 Prozent aufweisen. Einer ist stärker sicherheitsorientiert (Risikoklasse 1 oder 2), der andere stärker renditeorientiert (Risikoklasse 3, 4 oder 5). Auch die Aufteilung des Sparbeitrags ist voreingestellt. Anleger können zwar von den Standardeinstellungen abweichen, können aber auch einfach die Voreinstellungen beibehalten.

Vor Beginn der Auszahlungsphase wird das Vermögen in dieser Variante zudem schrittweise in den risikoärmeren Fonds umgeschichtet (wenn es dort nicht ohnehin schon lag). Dieser Schritt soll das Risiko größerer Wertverluste kurz vor dem Ruhestand reduzieren.

Das Standarddepot ist damit eine gute Alternative zum nicht standardisierten „freien“ Vorsorgedepot und richtet sich vor allem an Sparer, die wenig Erfahrung mit Wertpapieren haben oder sich nicht intensiv mit Anlageentscheidungen beschäftigen möchten.

Für das Standarddepot gelten zudem besondere Vorgaben bei den Kosten.

Freies Altersvorsorgedepot oder herkömmliches Depot: Was ist der Unterschied?

Beide Depotformen ermöglichen langfristige Investments am Kapitalmarkt. Das Altersvorsorgedepot punktet mit staatlichen Zulagen und Steuervorteilen, ist aber für die Altersvorsorge reserviert und daher deutlich unflexibler. Ein herkömmliches Wertpapierdepot bietet deutlich mehr Freiheit bei Anlage und Zugriff auf das Vermögen, dafür müssen Sparer auf die Zulagen verzichten und auf ihre Erträge Abgeltungsteuer zahlen.

Kriterium

Altersvorsorgedepot

Herkömmliches Depot

Zweck

Staatlich geförderter Vermögensaufbau für die Altersvorsorge

Freier Vermögensaufbau ohne Zweckbindung

Staatliche Förderung

Grundzulage von bis zu 540 € jährlich; zusätzlich können weitere Zulagen hinzukommen

Keine speziellen staatlichen Altersvorsorge-Zulagen

Anlagemöglichkeiten

Anlage innerhalb eines zertifizierten Vertrags, beispielsweise über zugelassene ETFs und Fonds

Je nach Anbieter große Auswahl, beispielsweise ETFs, Fonds, Aktien und Anleihen

Anlagefreiheit

Durch gesetzliche Vorgaben und das Angebot des Altersvorsorgeprodukts eingeschränkt

Hohe Anlagefreiheit innerhalb des Angebots des Depotanbieters

Verfügbarkeit des Geldes

Das geförderte Vermögen ist grundsätzlich für die Altersvorsorge bestimmt. Eine vorzeitige Verfügung kann Auswirkungen auf die Förderung haben

Wertpapiere können grundsätzlich jederzeit verkauft und das Geld entnommen werden

Steuern in der Ansparphase

Kapitalerträge innerhalb des Vertrags werden während der Ansparphase nicht laufend besteuert

Kapitalerträge unterliegen grundsätzlich der Besteuerung; Freibeträge und weitere steuerliche Regeln sind zu berücksichtigen

Besteuerung im Alter

Auszahlungen unterliegen grundsätzlich der nachgelagerten Besteuerung

Keine besondere nachgelagerte Besteuerung aufgrund des Depots; Kapitalerträge werden nach den allgemeinen steuerlichen Regeln behandelt

Kosten

Abhängig vom gewählten Altersvorsorgeprodukt; für das Standarddepot gelten besondere Kostenvorgaben

Stark vom Anbieter, Handelsverhalten und den gewählten Wertpapieren abhängig

Auszahlung

Nach den Regeln der geförderten Altersvorsorge, beispielsweise als lebenslange Leibrente oder langfristiger Auszahlungsplan

Anleger entscheiden grundsätzlich selbst, wann und in welchem Umfang sie Wertpapiere verkaufen und Geld entnehmen

Flexibilität

Eingeschränkter, da das Vermögen der Altersvorsorge dient

Hoch, da das Vermögen grundsätzlich frei verfügbar bleibt

Typischer Vorteil

Staatliche Förderung und steuerlich geförderter langfristiger Vermögensaufbau

Große Anlagefreiheit und flexible Verfügbarkeit

Typischer Nachteil

Weniger Flexibilität und gesetzliche Vorgaben für Anlage und Auszahlung

Keine speziellen staatlichen Zulagen für die Altersvorsorge

Welches Depot passt zu wem?

Das Altersvorsorgedepot kann interessant sein, wenn Sie gezielt für den Ruhestand sparen und dabei eine staatliche Förderung nutzen möchten. Dafür müssen Sie akzeptieren, dass Sie über das angesparte Vermögen nicht so frei verfügen können wie bei einem normalen Depot.

Die Sondervariante des Altersvorsorgedepot, das Standarddepot, hilft unerfahrenen Anlegern zudem, indem sie ihnen die Entscheidungen für oder gegen bestimmte Anlageformen weitgehend abnimmt.

Ein herkömmliches Depot bietet Ihnen deutlich mehr Flexibilität. Sie entscheiden grundsätzlich selbst, welche Wertpapiere Sie kaufen, wann Sie diese verkaufen und wann Sie das Geld verwenden. Dafür gibt es keine speziellen staatlichen Altersvorsorge-Zulagen oder Steuervorteile.

Wer das Beste aus beiden Welten möchte und genügen Mittel zur Verfügung hat, sollte daher ein Altersvorsorgedepot für die staatlich geförderte Altersvorsorge und ein herkömmliches Depot für den flexiblen Vermögensaufbau nutzen.

Was Sie beim Abschluss eines Altersvorsorgedepot beachten sollten

Warum sind niedrige Kosten beim Altersvorsorgedepot so wichtig?

Bei einer Anlagedauer von mehreren Jahrzehnten können laufende Kosten die spätere Rendite erheblich beeinflussen. Achten Sie deshalb nicht nur auf einzelne Depot- oder Transaktionsgebühren, sondern auf die Gesamtkosten des Altersvorsorgevertrags und der enthaltenen Geldanlagen.

Relevant sind insbesondere Abschluss- und Vertriebskosten, Verwaltungskosten sowie die laufenden Kosten der enthaltenen Fonds oder ETFs. Je nach Vertrag können außerdem Kosten für Transaktionen oder einen späteren Anbieterwechsel anfallen.

Tipp: Eine aussagekräftige Vergleichsgröße sind die Effektivkosten. Sie zeigen, um wie viele Prozentpunkte sich die durchschnittliche jährliche Rendite des Vertrags durch Kosten und Gebühren verringert.

Welche ETF und Fonds stehen zur Verfügung?

Nicht jedes Altersvorsorgedepot bietet dieselbe Bandbreite an Investitionsmöglichkeiten. Ein guter Anbieter sollte eine breite Risikostreuung vorsehen, niedrige laufende Fondskosten und eine Anlagestrategie haben, die zu Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt.

Wie hoch sind die Risiken?

Beim Altersvorsorgedepot kann der Wert der Geldanlage schwanken. Auch Verluste sind möglich. Ein langer Anlagehorizont kann kurzfristige Schwankungen abfedern, beseitigt das Verlustrisiko aber nicht vollständig.

Kann ich vor der Rente auf mein Kapital zugreifen?

Das Altersvorsorgedepot ist für den Ruhestand gedacht und deshalb weniger flexibel als ein normales Depot. Wer sein angespartes Kapital schon vor dem Ruhestand benötigt, sollte die Bedingungen seines Anbieters für eine vorzeitige Auszahlung besonders beachten oder einen Teil des Geldes in ein herkömmliches Depot stecken.

Wie lässt sich die Auszahlungsphase gestalten?

Neben einer lebenslangen Leibrente können Inhaber eines Altersvorsorgedepots auch einen langfristigen Auszahlungsplan wählen. Dieser muss mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr reichen.

Wichtig: Das noch nicht ausgezahlte Vermögen bleibt während dieser Zeit angelegt. Wie hoch die einzelnen Auszahlungen ausfallen, richtet sich nach dem gewählten Auszahlungsprodukt, der Entwicklung des verbleibenden Vermögens, der Laufzeit und den Kosten abhängen.

Welche Variante besser passt, hängt zudem vom Sicherheitsbedürfnis und der persönlichen Lebensplanung des Kunden ab.

Ist ein Anbieterwechsel erlaubt?

Ein Wechsel des Anbieters – und die damit einhergehende Übertragung von Altersvorsorgevermögen – auf ein anderes Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich möglich. Ein solcher Schritt kann aber jedoch Kosten verursachen. Vor einem Wechsel sollten Sparer daher die Konditionen des alten und neuen Vertrags genau vergleichen.

Vorteile und Nachteile des Altersvorsorgedepots

Vorteile und Nachteile des Altersvorsorgedepots

Vorteile

Nachteile

Staatliche Zulagen unterstützen den Vermögensaufbau

Geld ist langfristig für die Altersvorsorge gebunden

Kapitalmarktanlage ermöglicht höhere Renditechancen als stark garantieorientierte Produkte

Keine Garantie: Kursverluste sind möglich

ETFs und Fonds ermöglichen eine breite Streuung

Anlageauswahl ist gegenüber einem normalen Depot eingeschränkt

Erträge werden während der Ansparphase nicht laufend besteuert

Auszahlungen werden grundsätzlich nachgelagert besteuert

Flexible Auszahlungspläne als Alternative zur lebenslangen Rente möglich

Gesetzliche Vorgaben schränken die freie Verwendung des Kapitals ein

Besonders für Familien können zusätzliche Zulagen relevant sein

Kosten und Anlageangebot können sich je nach Anbieter unterscheiden

Was passiert mit bereits bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Riester-Verträge werden durch die Reform nicht automatisch beendet oder umgewandelt. Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, kann diesen also grundsätzlich weiterführen und weiter besparen.

Wer das nicht möchte, kann aber auch ins neue Altersvorsorgesystem wechseln. Ein solcher Schritt will allerdings gut überlegt sein. Insbesondere sollten Interessenten die bestehenden Garantien, Vertragskosten genau mit denen des neuen Altersvorsorgedepots vergleichen und sich im Zweifel beraten lassen. Das gilt umso mehr, weil der Wechsel auch Kosten verursachen kann: Ob sich die Übertragung eines Riester-Vertrags lohnt, ist daher stets das Ergebnis einer Prüfung im Einzelfall.

Für wen eignet sich ein Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist besonders für Menschen interessant, die noch viele Jahre bis zum Ruhestand haben und für höhere Renditechancen Schwankungen am Kapitalmarkt akzeptieren.

Auch Familien können aufgrund der zusätzlichen Kinderzulagen profitieren. Für jüngere Sparer kann neben dem langen Anlagehorizont zudem der Berufseinsteigerbonus relevant sein.

Wer dagegen jederzeit frei auf sein Vermögen zugreifen möchte, findet diese Flexibilität eher bei einem herkömmlichen Depot. Auch besonders sicherheitsorientierte Sparer sollten genau prüfen, welches Altersvorsorgeprodukt zu ihrer Risikobereitschaft passt.

Wie wird das Altersvorsorgedepot ausgezahlt?

Das angesparte Kapital dient der Versorgung im Ruhestand. Für die Auszahlungsphase gibt es allerdings mehr Wahlmöglichkeiten als bei klassischen Riester-Modellen.

Möglich ist weiterhin eine lebenslange Leibrente. Alternativ können Sparer sich für einen langfristigen Auszahlungsplan entscheiden. Dieser muss mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr laufen.

Welche Variante günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine lebenslange Rente bietet Absicherung gegen das sogenannte Langlebigkeitsrisiko – also das finanzielle Risiko, sehr alt zu werden („Wette auf ein langes Leben“).

Ein Auszahlungsplan bietet dagegen mehr Flexibilität.

Fazit: Förderung und Renditechancen gegen weniger Flexibilität

Das Altersvorsorgedepot bringt die staatlich geförderte private Altersvorsorge näher an den Kapitalmarkt. Anleger können über Fonds und ETFs von langfristigen Renditechancen profitieren, ohne dass eine Beitragsgarantie die Anlagestrategie einschränkt.

Besonders interessant ist die Kombination aus staatlichen Zulagen und steuerlicher Förderung. Dafür ist das Vermögen stärker an die Altersvorsorge gebunden als bei einem herkömmlichen Depot. Zudem müssen Anleger mit Kursschwankungen leben.

Ob sich ein Altersvorsorgedepot lohnt, hängt nicht allein von der Höhe der Förderung ab. Ebenso wichtig sind Kosten, Anlageauswahl, verbleibende Zeit bis zum Ruhestand und der persönliche Bedarf an Flexibilität.

Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb das Gesamtpaket betrachten – und gegebenenfalls prüfen, ob sich ein Altersvorsorgedepot und ein herkömmliches Depot für unterschiedliche Sparziele sinnvoll ergänzen.

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot