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Max Herbst: Experte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Max HerbstExperte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Aktualisiert am 13.04.2026

Zinsentwicklung Hypothekenzinsen

Wenn man bedenkt, dass nur etwa 45 Prozent in Deutschland eine eigene Immobilie haben, ist es nicht verwunderlich, dass sich so viele Personen für Baufinanzierung und die Bauzinsen interessieren.

Wer sich für eine Immobilie, ob eigenes Haus oder Eigentumswohnung oder eine vermietetes Objekt entscheidet, er sollte sehr früh sich Gedanken machen, was die aktuellen Zinsen sind und wie sie sich entwickeln könnten, denn zwischen dem Immobilienerwerbsgedanken und der Vertragsunterschrift vergehen meist sechs bis zwölf Monate und manchmal dauert es noch länger.

Wenn man sich die Entwicklung der Bauzinsen seit 1980 ansieht, dann fragt sich bestimmt man einer: wie konnte man damals ein Haus kaufen. Oder wenn man sich die Zinsen von 2015 bis 2022 ansieht, dann denkt man vielleicht: Ja damals war es leicht eine Immobilie zu finanzieren. Aber wir leben jetzt und müssen mit dem aktuellen Zinsniveau klarkommen.

Ich möchte hier einmal ganz klar formulieren: Die Bauzinsentwicklung ist wesentlich stärker von der Entwicklung der 10-jährigen Bundesanleihe abhängig als von EZB-Leitzinsentscheidungen. Sicherlich die Inflationsrate beeinflusst die EZB-Leitzinsüberlegungen und am Ende wird auch der Investor von diesen beiden Komponenten bei seiner Anlageentscheidung geleitet – aber eben in einem ganzen anderen Zusammenhang. Der Investor überlegt, ob seine Investition in die sicheren deutschen Bundesanleihen genügend gut verzinst werden. Hat er Bedenken, dass der deutsche Staat das in ihn investierte Geld vielleicht nicht mit 100 prozentiger Sicherheit zurückzahlen könnte, wird er einen Risikoaufschlag verlangen, was die Rendite der Bundesanleihe steigen lässt und indirekt damit auch die Bauzinsen beeinflusst.

Zinsentwicklung der Bauzinsen seit 1995

Prognose Entwicklung Bauzinsen

Wer sich Gedanken macht, wie sich die Bauzinsen entwickeln werden, sollte sich Gedanken machen wie sich die Rendite der deutschen Bundesanleihe entwickeln wird. Ich sehe derzeit, dass der Iran-Krieg die Energiekosten enorm erhöht und somit auch die deutsche Wirtschaft nicht richtig in Schwung kommen wird. Weil aber der Staat in den nächsten Jahren extrem hohe Schuld aufnimmt und Kapital von den Investoren benötigt, könnte manch ein Groß- und auch Kleinanleger sich Gedanken machen, ob der deutsche Staat in der Lage sein wird, einem das geliehene Geld wie vereinbart zurückzuzahlen. Jetzt man hier sehr hohe Bedenken haben, aber man sollte nicht vergessen, dass sehr viele namhafte europäische oder weltweite Staaten noch größere Probleme haben könnten, ihren Anlageversprechen gerecht zu werden.

Daher bleibt Deutschland ein sichereres Anlageland als viele andere Staaten weltweit und die Investoren sind daher mit weniger Risikoaufschlag zufrieden als vielleicht notwendig wäre. Dieser Zusammenhang lässt die Bauzinsen in Deutschland nur moderat in den nächsten Monaten ansteigen. Ich gehe von einer Zinserhöhung um etwa 0,25 bis 0,50 Prozentpunkten aus, was einen möglichen Effektivzins von rund 4,50 Prozent bedeuten würde – für Zinsen zehn Jahre fest bis zu einer 60 Prozent Finanzierung.

Unverkennbarer Zusammenhang zwischen Bundesanleihe und Bauzinsen