Zum Inhalt springen
Max Herbst: Experte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Max HerbstExperte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Aktualisiert am 28.08.2026

Zinsentwicklung bei den Tagesgeldzinsen

Prognose vom 18.08.2026:
Die Tagesgeldzinsen werden in den nächsten Wochen für Bestandskunden und vor allem für Neukunden weiter leicht ansteigen.

Tagesgeldanlagen gehören zu den beliebtesten Geldanlagen in Deutschland. Man spricht dabei auch von täglich verfügbaren Geldanagen. Wie die kleine Grafik zeigt, reicht die Angebotsspanne von null bis über vier Prozent Verzinsung. Es gibt immer noch regionale Banken in Deutschland, die dem Anleger für die Tagesgeldanlage null Prozent Zinsen bezahlen. Vermögende Kunden akzeptierten vor einigen Jahren sogar einen Minuszins, weil in Deutschland bei sehr vielen Banken die Geldanlagen unbegrenzt oder aktuell bis drei Millionen pro Kunde und Bank vor Pleiten absolut sicher sind. Vielen Anlegern waren damals null Prozent Zinsen lieber als unsichere höhere Anlagemöglichkeiten.

Wenn man Tagesgeldzinsen nahe oder sogar über dem Einlagenzins der EZB angeboten bekommt, sollte man genau hinschauen, weil es sich dabei fast immer um Aktionszinsen handelt, die nur für einen bestimmten Zeitraum oder auch nur in Verbindung mit der Eröffnung eines Giro- oder Depotkontos gelten. Diese Aktionszinsen werden ausschließlich zur Neukundengewinnung eingesetzt. Dies ist defacto nicht negativ, sondern es sollte dem Anleger nur bewusst sein.

Prognose: Tagesgeldzinsen für die nächsten Monate

Auch Ende August 2026 muss man unterscheiden zwischen den Tagesgeldzinsen für Bestandskunden und den Tagesgeldzinsen für Neukunden (Aktionszinsen). In der kleinen Grafik oben wird der Mittelwert von Bestands- und Neukunden abgebildet. Der Tagesgeld-Mittelwert für Bestandskunden liegt Ende August 2026 bei 0,82 Prozent und bei den Neukundenangeboten ist selbst der Mittelwert von 2,88 Prozent schon über dem EZB-Einlagenzins von 2,25 Prozent. In der Spitze gibt es bereits vier Prozent und das bis zu einem Anlagebetrag von einer Million Euro bei voller deutscher Einlagensicherheit.

Die Bestandskunden sollten sich keine Hoffnung machen und glauben, dass ihre Tagesgeldzinsen signifikant angehoben werden, selbst wenn die EZB wegen der zuletzt wieder steigenden Inflation (im Juli von 2,3 auf 2,8 Prozent) am 10. September 2026 den Einlagenzins erhöhen sollte. Die Tagesgeldzinsen für Bestandskunden sind innerhalb von zwölf Monaten im Mittelwert von 0,74 auf 0,82 Prozent gestiegen.

Anders sieht es aus bei den Tagesgeldangeboten für Neukunden. Diese haben sich seit August 2025 von 2,18 auf 2,88 Prozent im Durchschnitt erhöht. Und die Angebote werden in den nächsten Wochen weiter steigen, weil der Markt, vor allem gekoppelt an ein neues Giro- und Depotkonto stark umkämpft ist. Selbst 4,25 Prozent sind schon zu finden. Es geht dabei nicht um Inflationseinflüsse oder EZB-Entscheidungen, es geht allein darum, den Kundenstamm langfristig zu vergrößern. Dass sich die Jagd nach Neukundenzinsen lohnt, zeigt eine kleine Studie der FMH zum Tagesgeld-Hopping.

Gewisse Abhängigkeit von Tagesgeldzinsen und EZB Einlagesatz