
Zinsentwicklung bei Ratenkrediten
Wenn man sich mit der Zinsentwicklung bei den Ratenkrediten beschäftigt, stellt man sehr schnell fest, dass hier sehr viel Risikoeinschätzung der Banken enthalten ist, die weder mit den EZB-Leitzinsen noch mit Festgelder als Refinanzierung gemein haben. Also neben den Entwicklungen der Refinanzierungsbasis ist die Betrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung wichtig. Haben die Banken Bedenken, dass es bald eine steigende Arbeitslosigkeit geben wird, preisen viele Banken einen höheren Risikoaufschlag mit ein, um Rücklagen zu habne, wenn es wirklich so kommen sollte. Kommt es nicht so, hat man etwas mehr verdient. In der Zinsgrafik zu den Ratenkrediten werden von der FMH nicht die die Zinsen für Kunden mit der besten Bonität verwendet (angeblich sind dies weniger als fünf Prozent der Kreditanfragen) sondern hier verwendet werden die Zinsen, die angeblich 2/3 der Kunden bekommen und auch die bonitätsunabhängigen Zinsofferten. Die Kurven sollen einen möglichst genauen Durchschnittszins abbilden und nicht den ZHinssatz, der ins Schaufenster gestellt wird.
Man sieht aber schon, dass die EZB-Leitzinsvorgaben, aber auch die Festgeldzinsen eine direkte Auswirkung auf den Ratenkreditzins haben. Die Differenz zwischen Ratenkreditzins und Festgeldzins , aber auch zum EZB-Einlagenzins, liegt in den vergangen zehn Jahre bei etwa 4,25 Prozent. Also dies ist erstmal einfach ausgedrückt der Gewinn der Bank, minus Risikorücklage für notleidende Kreditverträge minus Aufwand für die Kreditprüfung minus Provision für Vermittler. Je besser die Bonität des Kunden, desto weniger Risikorücklagen desto niedriger das Zinsangebot. Bei schlechter Bonität allerdings dann auch wesentlich höhere Zinsen als die Durchschnittswerte.
Prognose für die Zinsentwicklung bei Ratenkrediten
Ich gehe davon aus, dass die Mittelwerte der Ratenkredite in den nächsten Monaten weiter leicht steigen werden. Die EZB wird Ende April die Leitzinsen anheben, die Festgeldzinsen werden dadurch weiter leicht ansteigen und vor allem die Risikoeinschätzung dürfte steigen. Der Irankrieg verursacht steigende Kosten bei der Energieversorgung jedweder Art, was auch die Arbeitslosenzahlen ansteigen lassen wird. Und schon sind wir bei höheren Rücklagen für mögliche Kreditausfälle. Sicherlich wird es auch weiterhin Zinsangebote von fünf Prozent geben, aber nicht für die große Maße der Kunden. Also die Tendenz bei Ratenkreditzinsen laut ganz eindeutig: leicht steigend.