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Max Herbst: Experte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Max HerbstExperte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Aktualisiert am 13.04.2026

Zinsentwicklung beim Festgeld

Gerade in diesen unruhigen Zeiten, sowohl wirtschaftlich als auch politisch, lieben viele Anleger Sicherheit. Und Sicherheit bekommt man auf dem Zinsmarkt nur in der Festgeldanlage. Festgeld ist über die Einlagensicherung bis 100.000 Euro EU-weit pro Kunde und Bank gesichert und bei den meisten deutschen Geldinstituten aktuell bis zu drei Millionen Euro. Diese Sicherheit zahlt man zum einen in Form von Inflexibilität und auch durch Zinssätze, die sich nahe der Inflationsrate bewegen.

In der folgenden Grafik kann man erkennen, dass in den letzten Wochen die Festgeldzinsen für ein Jahr stärker gestiegen sind als für zehn Jahre. Es gibt aktuell viele einjährige Festgeldangebote, die besser verzinsen als viele langlaufende Festgelder. Da stellt sich für viele Ableger die Frage: die TOP kurzfristigen Angebote oder die Festgeldangebote mit sehr langer Zinsgarantie wählen?

Zinschart für Festgeldzinsen

Prognose zu Festgeldzinsen

Die Entwicklung der Festgeldzinsen wird sehr stark beeinflusst von der Entwicklung der Inflation und somit auch von den EZB-Leitzins Entscheidungen. Deshalb stellt sich aktuell die Frage: Wie geht es weiter mit dem Iran-Krieg und unseren Erdöl- und Gaslieferungen aus dem Kriegsgebiet? Vermutlich wird die Ölknappheit auch noch einige Zeit weiter bestehen, selbst wenn den Krieg beendet sein sollte. Diese Energieverteuerung wirkt sich voll auf die Inflation aus. Die EZB wird höchstwahrscheinlich sehr kurzfristig auf die steigende Inflation reagieren und ihren Einlagenzins erhöhen, um die Inflation im Griff zu haben. Da in nächster Zeit viele Anleger die steigenden Zinsen nutzen werden, um langfristige Festgelder anzulegen, werden die Banken diese Festgelder nicht besonders gut verzinsen - wegen der hohen Nachfrage. Auf der anderen Seite benötigen die Banken auch kurzfristige Geldanlagen für die Kreditanfragen der Kunden. Um diese kurzfristigen Geldanlagen attraktiv zu machen, gibt es beim Festgeld bis zu drei Jahren oft bessere Zinsen als bei den langen Laufzeiten. Dies wird sich erst wieder ändern, wenn das Zinsniveau längere Zeit stabil bleibt.

Festgeldzinsen werden von der EZB-Leitzinsentscheidung stärker beeinflusst als von der Inflation.