Warum Banken intensiv um Girokunden buhlen….
… und wie die so umworbenen Neukunden sich diese Praxis zunutze machen können.
Was haben ein Dax-Vorstand und ein Bürgergeld-Empfänger gemeinsam, wenn es um ihre Finanzen geht?


Beide brauchen ein Girokonto, über dass sie ihre laufenden Finanzangelegenheiten managen. Hier gehen die regelmäßigen Zahlungen vom Staat oder dem Arbeitgeber ein. Und von hier werden fixe Kosten gedeckt, etwa für Wohnen, Essen und den sonstigen Bedarf des täglichen Lebens.
Damit enden die Gemeinsamkeiten unserer beiden Vergleichskunden aber bereits. Denn die Kosten, die mit der Kontoführung verbunden sind, variieren zum Teil sehr deutlich, je nachdem, wie attraktiv der Kunde für das Geldhaus ist und welchen Service er in Anspruch nehmen will. Ist der (neue) Kontoinhaber bereit, sein Gehalt oder sonstige regelmäßige Zahlungseingänge über das Girokonto abzuwickeln, ist es zum Beispiel möglich, ein kostenloses Girokonto zu erhalten. Dabei gilt die Faustregel: Je höher der geforderte Mindestgehaltseingang, desto größer der Vorteil bei den eingesparten Kontoführungsgebühren.
Umgekehrt bedeutet das: Wer unter der Minimalschwelle von meist 500 oder 1000 Euro Geldeingang pro Monat liegt, zahlt für sein Girokonto bis zu 9, 90 Euro Gebühr. Pro Monat.
Nicht jeder Kunde ist gleichermaßen interessant
Mit dieser Praxis wollen Banken vor allem die aus ihrer Sicht besonders attraktiven Girokunden für sich gewinnen. Die gibt es in zwei Varianten: Nummer eins: Der Gutverdiener, der wenig ausgibt und sein üppiges Gehalt auf seinem Girokonto parkt – ohne dass die Bank dafür Zinsen zahlen muss.
Nummer zwei: Der Gutverdiener, der sein Geld mit vollen Händen ausgibt und deshalb auch ab und zu seinen Dispokredit nutzt. Denn auch daran kann die Bank verdienen.
Ein weiterer Vorteil gut situierter Girokunden – zumindest aus Sicht der Bank: Sie kann anhand der getätigten Transaktionen sehen, welche Anlageprodukte für ihn oder sie in Frage kommen. Zudem wenden sich viele Privatleute bei größeren Geldgeschäften, etwa einem Immobiliendarlehen oder einem Leasingkredit, bevorzugt an ihre Hausbank. Und weil hier das große Geld zu verdienen ist, lassen sich die Banken ihr Marketing fürs Girokonto auch einiges kosten.
Kaufkräftige Kunden sind attraktive Kreditnehmer
Die ING und die BBBank etwa geben einem Immobilienkunden einen Zinsrabatt von 0,1 Prozent auf den gesamte Kreditbetrag, wenn er oder sie auch ein Girokonto mit Gehaltseingang bei der Bank hat oder neu eröffnet (Details siehe Bauzinsvergleich). Bei einem Baukredit über 400.000 Euro ist das ein Vorteil von rund 3.600 Euro innerhalb von zehn Jahren, wenn der Kunde die ersparten Zinsen konsequent eine höhere Tilgung investiert. Eine Baufinanzierung setzt einen entsprechend großzügigen Gehaltseingang voraus, damit der Kunde sich während der Tilgungsphase nicht einschränken und trotzdem die nötigen Rücklagen für die Instandhaltung der Immobilie bilden kann
Aber auch der Tagesgeld-Kunde kann ein lukrativer Girokunde sein
Eine weitere beliebte Variante um neue Girokunden zu gewinnen: Die Bank macht ein attraktives Angebot – koppelt das aber an die Eröffnung eines Girokontos. Wer also von besonders guten Aktionszinsen beim Tagesgeld profitieren will, der muss bei derselben Bank auch gleich ein Girokonto oder Depots eröffnen.
Die Idee dahinter: Selbst, wenn der Tagesgeldkunde nach dem Ablauf des Aktionszeitraums zum nächsten Topanbieter wechselt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er das Girokonto behält. –
Um das zu erreichen, nehmen die Banken sogar vorübergehend einen kleinen Verlust in Kauf. Denn die Aktionszinsen für Tagesgeld-Neukunden sind oft höher als der EZB-Einlagenzins, den die Bank erhält, wenn sie dort ihr Geld parkt.
Verlangt die Bank als Gegenleistung für den hohen Tagesgeldzins die Girokonto Eröffnung, ist die Wahrscheinlichkeit also hoch, dass sich dieser Kunde lohnt – entweder als Bestandskunde bei Tagesgeld oder als langfristiger Girokunde. Und weil schon bekannt ist, dass dieser Tagesgeldkunde Anlagepotenzial mitbringt, kann man ihm später auch lukrativeren Investmentangebote unterbreiten. Girokunden gewonnen und Investmentmöglichkeiten vorhanden, bedeuten: Die überhöhten Tagesgeldzinsen haben sich gelohnt.
Im besten Fall profitieren alle Beteiligten
Wie Kunden das strategisch nutzen können:
Sie können die Marketingstrategien der Banken gezielt nutzen, um sich einen günstigen Kredit oder gute Zinsen aufs Tagesgeld zu sichern – einfach durch die Eröffnung eines Tagesgeldkontos mit Girokonto-Pflicht. Dennoch ist es wichtig, sehr genau hinzusehen. Denn der beste Tagesgeldzins nützt nur wenig, wenn die Kontoführungsgebühr des Girokontos den Zinsvorteil beim Tagesgeld schmälert.
Und wenn sich herausstellt, dass das Angebot der Bank doch nicht so prickelnd ist? Dann finden Anleger und (potenzielle) Girokunden mit dem Girokontovergleich oder Tagesgeldvergleich auf fmh.de bestimmt das optimale Produkt für die eigenen Bedürfnisse.

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