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20.04.2026

Baufinanzierung in Zeiten der Krise

Warum steigen die Bauzinsen in Deutschland schon wieder?

Auch wenn die Zeiten absoluter Niedrigzinsen bei der Baufinanzierung seit einigen Jahren Geschichte sind, waren Baukredite in der Vergangenheit doch noch immer vergleichsweise günstig. In Zukunft könnten die Werte aber wieder deutlich anziehen.

Max Herbst: Experte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Max HerbstExperte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Erstellt am 20.04.2026, Aktualisiert am 20.04.2026
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Luftbild eines Frachtschiffes

Schlimmer geht immer

Als die FMH-Finanzberatung Anfang November 2025 um eine Zinsprognose gebeten wurde, habe ich einen neuen Aufwärtstrend vorausgesagt. Damals konnten Kunden ihren Immobilienkauf noch zu 3,65 Prozent finanzieren.

 Meine Erwartung zu dieser Zeit war, dass die deutschen Bundesanleihen mittelfristig zwischen 2,5 und drei Prozent rentieren könnten. Und weil die Renditen der Staatspapiere stets auch die Preise für Baudarlehen beeinflussen, war meine Prognose, dass die Hypothekenzinsen auf Werte zwischen 3,5 bis 4,0 Prozent steigen würden.

Was einigen damals zu pessimistisch erschien, ist heute eher zu vorsichtig gedacht. Denn seit November hat sich die Weltlage einmal mehr dramatisch verändert – und mit ihr die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland.

Krieg im Mittleren Osten wird zum Flächenbrand

Seit Donald Trump am 28.Februar 2026 erstmals den Iran bombardiert hat, befindet sich der Mittlere Osten im Ausnahmezustand – und mit ihm die Weltwirtschaft. Doch die Eskalationsspirale dreht sich weiter: Mit der Sperrung der Straße von Hormus kommt der Schiffsverkehr auf der wichtigen Handelsroute zum Erliegen. Der Ölpreis steigt auf immer neue Rekordwerte. Der Effekt auf die weltweiten Energiepreise folgt auf dem Fuß, ebenso die Störung der weltweite Transport- und Lieferketten.

Die nächste Kaskade ist ein Anstieg der allgemeinen Inflation, an der auch die am 08. April vereinbarte Waffenruhe nichts ändert, zumal die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien fürs Erste gescheitert sind.

Nach der Krise ist vor der Krise

Der Chefökonom der Weltbank, Indermit Gill, bewertet die Krise in der FAZ bereits als dramatischer als die Ukrainekrise und auch schlimmer als frühere Ölkrisen. Er begründet dies unter anderem mit der immensen Schuldenlast vieler Ländern.

Auch Deutschland hat in der jüngeren Vergangenheit deutlich höhere Kredite aufgenommen – und das bei deutlich eingetrübten Wachstumsprognosen. Entsprechend dürfte das Vertrauen der Investoren in die Bundesrepublik in Zukunft auch nicht unbedingt steigen. Das tut nur die Rendite der Bundesanleihe, weil Anleger, die Geld an Deutschland verleihen, einen höheren Risikoaufschlag verlangen.

Fazit für Immobilienkäufer

Selbst wenn sich also die Situation im Mittleren Osten wieder entspannen sollte, werden die Auswirkungen der Krise (auch in Deutschland) noch viele Monate zu spüren sein.  Konkret bedeutet das: Die Inflation und die hohen Bauzinsen werden nicht so schnell verschwinden. Vermutlich wird daher auch die EZB Ende April wieder einmal die Leitzinsen erhöhen.

Für Bauherren und Käufer sind das keine guten Nachrichten. Sinkende Zinsen sind auf absehbare Zeit jedenfalls nicht zu erwarten.

 

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